Er lauert unter dem Dach des Hallenstadions. Und er kann euch sehen, alle…..
Heute: die zweite Nomination

Sodalig, heute folgt schon die zweite Nomination in Phantoms Churiosen Hall of Fame. Bevor wir dann – irgendwann in nicht zu unferner Zukunft – bei der dritten Nomination einen etwas weiteren Sprung in die Vergangenheit machen, geht’s heute ins Jahr 2007 zurück.

Zum Aufwärmen setze ich euch einfach mal folgende vorherigen Clubs des heutigen Spielers vor, vielleicht erratet ihr daraus, wer in die PCHoF aufgenommen wird: Collège Antoine-Girouard Gaulois, Cape Breton Screaming Eagles, Shawinigan Cataractes, Reading Royals, Greenville Grrrowl (tatsächlich mit drei r’s geschrieben, wie ulkig ist das denn), Pensacola Ice Pilots…. Ihr seht, es muss sich um eine Granate handeln.

Auf geht‘s: der EHC Chur hatte nach dem gefühlten fünfundertundreiunzsiebzigsten Beinahekollaps die Saison 2006/07 ohne nennenswerte Erfolge bestritten und konnte bereits vor Weihnachten die Hoffnungen zur NLB-Playoffqualifikation begraben. Es war finanzhalber eine Saison ohne Ausländer gewesen (sehen wir mal vom kurzen Stint vom Küssnachter- Eiskaputtmacher Matthew Elich ab [die haben die Betonplatte der KEK danach neu betonieren müssen] – jaja, den hattet ihr vergessen, gellent…), und wie wir ja spätestens seit Thomas Domenig wissen, geht in der NLB nix ohne zwei gute Ausländer und einen starken Goalie (tut hier nix zur Sache, Goalies damals waren Flori Kindschi und vor allem Ivan Mantegazzi).

Mist, so dachten sich Bisculm, Fischer und co, so darf es nicht weitergehen, für die Saison 2007/08 sollte da etwas passieren. Und neben der Gestaltung der hässlichsten Trikots aller Zeiten und aller Clubs (yep, die mit dem aufgehenden Mond hinter grauen Bergen und auf weisser oder roter Grundfarbe – fast noch hässlicher als alles, was in gelb und blau daherkommt) gelang dem Antivorstand des EHC das Husarenstück schlechthin: von Basingstoke Bison – dem berühmt berüchtigten Team aus der noch berühmt berüchtigten britischen Premier Hockey League – wurde (scheinbar auf Empfehlung von Steve Thornton) der Kanadier Kevin Bergin verpflichtet.

Was der Führungsetage des EHC zugutegehalten werden musste: der Transfer wurde nie an die grosse Glocke gehängt und die Erwartungen tief gehalten, wobei, dies könnte auch der damals nichtvorhandenen Kommunikation geschuldet sein. Egal, Bergin kam, sah und strotzte von Beginn weg vor immermüden Lethargie. Der moosbewachsene alte Stein im Garten des Phantoms wirkt geradezu lebendig im Vergleich zu Bergin damals in Chur. Naja, so dachte man sich, vielleicht ist er neben dem Eis halt ein ruhiger und blüht auf, sobald er der Scheibe nachjagen kann, schliesslich hatte er ja bei Basingstoke in der Vorsaison 55 Punkte in 54 Spielen gemacht, lassen wir den mal machen. Aber oha, bereits in den ersten Testspielen war er einer der schlechtesten Churer (und das soll bei der damaligen Mannschaft mit Koryphäen wie Cordey, Landolt und Rigamonti mal was heissen). Spielstil irgendwie wie Harijs Vitolinsch, aber ohne jegliche Technik und mit Blei an Schläger und Schlittschuhen, wer den damals gesehen hat, wird sich schmunzelnd erinnern.

Wer dachte, Bergün (wie er schnell schelmisch genannt wurde) würde nach einer Eingewöhnungszeit dann schon noch besser werden, sah sich getäuscht. Zwar konnte er beim knorzigen 5:4 Meisterschaftsstart in Neuchatel sogar scoren (hab damals mit Sporttip übrigens `nen Haufen Kohle mit Neuchatel gemacht und fands äusserst schade, als die zurückgezogen haben), Bergin war aber Tags darauf Teil der „0-11 Stängeli Plus“ Truppe von Lausanne. Danach gings dann ratzefatz, nach irgend einem nicht bestandenen (aber wohl erfundenen) „Medizintest“ und ganzen fünf bestrittenen Meisterschaftsspielen (2 Tore, 1 Assist) ward die Nummer 25 bereits ohne grosses Brimborium entlassen und durch Landsmann Steve Brulé ersetzt (und später mit Martin Gendron ergänzt).

Geknickt kehrte Bergin anschliessend wieder nach England zurück und holte in der selben Saison mit den Nottingham Panthers den Challenge Cup (was immer das auch ist), buchte 37 Punkte und holte sich die „Most Goals by a defenseman“ Trophäe. Moment, der war Verteidiger? Verdammt, vielleicht hat ihn Fischi damals auch ganz einfach falsch eingesetzt, wäre auch möglich…..?? Ist aber an sich egal, auf jeden Fall wissen wir spätestens jetzt, wie schlecht das britische Hockey war / ist – oder, der gute Kev hat sich bei uns halt ganz einfach nicht wohl gefühlt (was damals durchaus möglich gewesen sein könnte).
Später wechselte Kevin Bergin übrigens nach Frankreich und ist jetzt Trainer irgendwo in Nordamerika.
Und heute nimmt er somit seinen rechtmässigen Platz in Phantoms Churiosen Hall of Fame ein.

Die bisher aufgenommenen Spieler in der PCHoF: Scott Easton, Kevin Bergin

Bis zum nächsten Mal.

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