EHC Arosa vs. EHC Chur 3:5
Tore für Chur: Bucher (4x!!!), Lampert
Zuschauer: exakt (…) 1’000 (davon ca. 1/3 aus Chur)

Derbysieg vom Feinsten!

Der EHC Chur hat gestern Abend im verschneiten Arosa eine Galavorstellung abgeliefert und auch das zweite Bündnerderby der Saison gewonnen. Das Schlussresultat von 5:3 fällt sogar noch zu knapp aus, nimmt man die Spielanteile als Masstab. Aber alles der Reihe nach.

Der Tag begann für die Fans des EHC Chur eigentlich nicht so toll. Der geplante Heliflug nach Arosa fiel dem schlechten Wetter zum Opfer. Daher machten sich die ersten Schlachtenbummler (im selben Zug wie unsere Mannschaft) um 16:08 Uhr auf ins Schanfigg, wo die Zeit mit Punsch, Bier, Gerstensuppe, gelieferten (und nicht gelieferten) Pommes und seltsam anmutenden Würfelspielen vertrieben wurde. Zu dieser Zeit machte dann auch erstmals die Runde, dass heute weder Lele Sarkis noch Toby Werner das Churer Tor hüten würden, sondern der junge Roman Bearth. Und dies sei gleich vorweggenommen, Bearth machte seine Sache sehr gut.

Das Spiel begann dann mit einer sehr gelungenen Choreo der Fans (“Ehc arosa bester club im land…. ERROR, Fail 404, Sie meinten bestimmt EHC Chur”, siehe auch Fotos) und Ehrungen seitens EHC Arosa. Bereits zu diesem Zeitpunkt machten sich die Churer Schlachtenbummler sehr lautstark bemerkbar, ein Stimmungspegel, der während 60+ Minuten nicht mehr einbrechen sollte.

Zur Partie: obwohl Arosa den ersten Torschuss des Spiels abgab, übernahmen die Weissen anschliessend sofort das Zepter und schickten sich an, das wohl besten Drittel dieser Saison (wenn nicht sogar der letzten Jahre) aufs Eis zu zaubern. Angriff auf Angriff rollte auf Arosas Torwart Caduff zu, gute Angriffsauslösung, exakte Pässe, gute Abschlüsse, kämpferisch und aggressiv: der EHC Express rollte. So ging es auch nur gerade vier Minuten, bis Yannick Bucher einen starken Querpass von Lukas Sieber ins halboffene Tor zum 1:0 für den EHC Chur in die Maschen hämmerte.
Gleich im Anschluss kam Chur zu einer Powerplaygelegenheit, welche sehr gut aufgezogen wurde, aber ohne nennenswertes Resultat blieb. Die in Bärentenues aufgetretenen Gastgeber kamen kaum zum verschnaufen und konsultierten das Churer Drittel nur sporadisch, im Gegenzug wurden sowohl Manuel Holenstein als auch Pepe Bigliel mit unfairen Mittel am sicher scheinenden Torerfolg behindert, wieso Schiedsrichterin Anna Eskola diese beiden (und auch weitere nicht ganz so eindeutige) Versehen ungeahndet liess, weiss wohl kein Mensch.

Das über-überfällige 2:0 für den Stadtclub fiel aber doch noch, Lukas Sieber zog ab, verfehlte das Tor knapp, doch der Rebound wurde von Yannick Bucher ins Tor gequetscht. Mit diesem Vorsprung verabschiedeten sich die Teams dann zum ersten Pausentee, wobei sich Chur einen einzigen Vorwurf zu machen hatte, und zwar eine mangelnde Chancenauswertung. Das Spiel hätte nämlich zu diesem Zeitpunkt auch gut und gerne 5:0 für unseren EHC stehen können.

Peer ArosaEgal, denn Chur machte auch in der Folge nicht den Eindruck, das Spieldiktat aus den Händen geben zu wollen, obwohl Arosa nun ein klein wenig besser in die Partie fand. Doch als Williamson auf der Strafbank sass, wurde es wieder brandgefährlich. Das Churer Powerplay schnürte sich zu, und im Nachsetzen bugsierte Yannick Bucher (wer sonst, ist man versucht zu sagen) auf Vorarbeit vom hervorragend aufgelegten Lukas Sieber die Scheibe ins Tor. Die Dreitore-Führung bestand aber nicht lange, drei Minuten später kamen die Schanfigger durch den Ex-Churer Holinger zum ersten Treffer.
Als sich das Mitteldrittel bereits schon ausklingte, legte der EHC Chur nocheinmal ein Brikett nach. Zuerst schloss… (drei Mal dürft ihr raten…. fängt mit B und hört mit UCHER auf….) Yannick Bucher ein sehr geiles Solo zum 4:1 ab, und 16 Sekunden später zimmerte Curdin Lampert an alter Wirkungsstätte einen “Lämpi-Laser” ins tiefe Aroser Toreck. 5:1, das sollte doch reichen, oder? Hier in der Oberseehalle wurden in den letzten Jahren gewiss noch keine 5:1 Vorsprünge verspielt, wobei, irgendetwas muss da mal gewesen sein, mit gleichen Teams, aber umgekehrten Vorzeichen.

Die Churer Körpersprache liess aber nicht befürchten, dass sich ähnliches wie letzte Saison abspielen würde. Als dann aber in Spielminute 43 sowohl Andi Camichel als auch Dario Horber auf der Strafbank sassen und Herbert Schädler seinen Goalie durch einen sechsten Feldspieler ersetzte, war das 5:2 die logische Ausbeute. Doch auch in der Folge musste man kaum um den EHC zittern, obwohl die Mannschaft nun defensiver agierte und Arosa etwas aufkommen liess. Ein Churer Konter, welchen Manuel Holenstein nach “Flanke” von Dario Horber in die Maschen abschloss, ging scheinbar bei der Auslösung ein hoher Stock voraus, womit der Treffer aberkannt wurde.
Als sechs Minuten vor Schluss erneut zwei Churer in die Kühlbox mussten, wurde es doch nocheinmal spannender. Doch dieses Mal konnten die Aroser keinen Profit aus diesem 6 gegen 3 nehmen (Caduff hatte das Tor erneut verlassen), das 5:3 zum Schlussresultat fiel dann aber doch noch, und zwar gut zwei Minuten vor Schluss (Williamson).
Das es nicht noch zum 6:3 für Chur kam, ist einer Kuriosität zu schulden. Nachdem Schädler erneut seinen Torhüter gezogen hatte, stahl sich Andi Camichel den linken Flügel hinunter und hätte eigentlich nur noch einzuschieben brauchen. Doch anstatt slappte er, was einem Aroser Verteidiger gerade noch Zeit genug gab, um den Stock dazwischenzuhalten. Aber dies nur als Randnotiz.

Die Churer Schlachtenbummler konnten nach der Schlussirene einen tollen Derbysieg feiern, der diskussionslos aber in dieser Höhe fast noch zu knapp ausfiel. Aber egal, wir sind erneut Derbysieger, PUNKT!

HumbaDie besten drei Churer:
*** Yannick Bucher (4 Tore, genug gesagt)
** Lukas Sieber (wie diese Woche bereits öfters erwähnt, er wird besser und besser)
* Roland Durisch (sehr auffälliger Auftritt)
(Fairnesshalber haben heute alle Churer Akteure einen Stern verdient, was wir in der tabellarischen Bearbeitung der Sternentabelle auch so berücksichtigen werden)

HIER geht es nocheinmal zu allen Fotos des Spiels.

HIER geht es zum Beitrag der SO mit einem Video des EHC Bauchklatsche-Wurms nach dem Spiel!

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