EHC Chur – HC Université Neuchâtel 4:3
Tore für Chur: Sieber, Bucher, Rexha, Urech
Zuschauer: 623

Verdiente drei Punkte trotz knappem Resultat 

Gegen den Tabellenletzten blieb das Spiel länger offen, als es manch einer erwartet hatte. Eigenes Unvermögen und Pech im Abschluss waren ausschlaggebend, eine gewisse Gegenwehr und Glück im Abschluss der Gäste aus der Romandie waren aber auch am engen Spielausgang beteiligt. Schlussendlich verbleiben die drei Punkte verdient in Chur.

Chur versuchte von Beginn an, aufs Tempo zu drücken, musste sich jedoch bereits nach zwei Minuten im Boxplay beweisen. Bevor sich Neuchâtel überhaupt im gegnerischen Drittel festsetzen konnte, lancierte Sieber mit einem langen Pass Rexha, der zwar an Torhüter Chmel (ja, das ist kein Vertipper) scheiterte, dafür aber den Puck auf den mitgelaufenen Sieber spielte, welcher in Unterzahl zum ersten Treffer des Abend einschoss. Wer danach auf ein schnelles Nachsetzen gehofft hatte, wurde enttäuscht. Die Gäste kamen – auch dank einem weitere Powerplay – eher besser ins Spiel und konnten Sarkis das eine oder andere Mal sogar gefährlich werden. Der zweite Treffer des Abends fiel jedoch wieder auf der Gegenseite: Nach einem satten Schuss von Morandi von der blauen Linie fand die Scheibe den Weg zu Bucher, welcher den zweiten Nachschuss im Fallen in die Maschen hauen konnte. Neuchâtel blieb trotz dieses Rückstandes dran, und erzielte dann nach einem schnellen Konter auch tatsächlich den Anschlusstreffer. Die erste Strafe der Gäste kurz vor Ende des Drittels reichte leider nicht mehr, um den Zwei-Tore-Vorsprung wieder herzustellen.

Die erste sehenswerte Aktion im zweiten Drittel gehörte den Beteiligten des ersten Treffers: Sieber spielte auf den freigelaufenen Rexha, der bei diesem Anlauf reüssierte und zum 3:1 einschoss. Danach folgte praktisch im Gegenzug die allseits bekannte Mitteldrittel-Depression des Heimteams. Nachdem sich Sarkis kurz darauf ein zweites Mal an diesem Abend bezwingen lassen musste, nahmen nacheinander gleich Horber und Rexha auf der Strafbank Platz. In doppelter Unterzahl der Churer klärte zuerst noch der Pfosten, kurz darauf fiel aber bei verdeckter Sicht der zu diesem Zeitpunkt gar nicht so unverdiente Ausgleich. Neuchâtel kombinierte sich nun beinahe ungestört bis vor Sarkis und traf auch noch an die Latte. Nunja, was tun gegen diese Lethargie auf dem Feld? Ein Time-Out musste her! Und für einmal schien dieses Aufwecken seine Wirkung nicht zu verfehlen: Die Steinböcke spielten sich wieder selbstbewusst ins Angriffsdrittel, und kamen sobald zu einem nächsten Powerplay. Der erlösende Führungstreffer nach nicht einmal einer Minute war Urech vergönnt, dessen Hammer von der blauen Linie unhaltbar ins weite Eck abgelenkt worden war. Trotz einer weiteren gefährlichen Situation vor Sarkis, welche John abgeklärt entschärften konnte, suchte das Heimteam nun den nächsten Treffer. Dieser blieb aber auch Infanger verwehrt, welcher sich kurz vor der zweiten Pause mit einem schönen Sololauf übers ganze Feld bis vor Torhüter Chmel getankt hatte.

Das letzte Drittel startete Chur erneut in numerischer Überzahl, brachte aber nichts Zählbares zustande. Auch in den Folgeminuten blieb Chur die spielbestimmende Mannschaft, hatte sogar einen weiteren Shorthander auf der Schaufel. Der von der Strafbank zurückkehrende Infanger verpasste anschliessend, holte aber wenigstens eine Strafe raus. Eine weitere Überzahlsituation blieb dem Heimteam dennoch verwehrt, weil offenbar neben dem Austausch von gewissen Nettigkeiten der Schiedsrichter auch noch weitere Reglementswidrigkeiten erkannt hatte. Trotz spielerischer Dominanz des Heimteams konnten die Gäste bis zum Schluss noch das eine oder andere Mal bis Sarkis vordringen, der Sieg nach 60 Minuten war den Steinböcken aber nicht mehr zu nehmen.

Fazit: Gegen das Schlusslicht hatten einige Zuschauer wohl ein deutlicheres Resultat erwartet, die Überlegenheit auf dem Feld konnte jedoch nicht in Tore umgemünzt werden. Es zeigt auch die Ausgeglichenheit in der Liga, denn Neuchâtel mag spielerisch klar schlechter besetzt sein als die Steinböcke, aber in Sachen Effizienz haben sie gestern gar ein besseres Bild abgegeben. Die Teams bleiben in der Tabelle auch nach 16 gespielten Runden (die Hälfte der Teams erst mit 15 Spielen) weiterhin eng zusammen, nur gerade die Schlusslichter Düdingen und Neuchâtel weisen einen Abstand von mehr als drei Punkten zu den nächstklassierten Mannschaften auf.

Die drei Besten Churer:
*** Infanger
** Sieber
* Urech

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