EHC Chur – EHC Basel 3:4 n.V
Tore für Chur: Pfennich, Lampert, Gemperli
Zuschauer: 566

Fehlstart und ein mickriger Punkt

Der EHC Chur verliert das wichtige Heimspiel gegen den EHC Basel mit 3:4 nach Verlängerung, obwohl der EHC zwischenzeitlich ein 0:3 wettmachen konnte. Der Kampf um die Playoffplätze ist aber noch immer nicht verloren.

Entweder – und das ist jetzt rein spekulativ – war Basel im Startdrittel so verdammt gut und effizient, oder unsere Jungs verpennten den Start in dieses wichtige Spiel komplett. Wohl eher zweiteres. Denn am Ursprung sämtlicher Basler Treffer standen Fehler im Spiel der Hausherren. Puntus, Brügger und Schnellmann liessen sich auf jeden Fall nicht zwei Mal bitten und verwerteten eiskalt die ihnen gewährten Abschlusschancen. Während Treffer 1 noch einer kurzen Druckphase entsprang, waren die Tore 2 und 3 mustergültig fertiggespielte Konter mit tollen Querpässen vor dem machtlosen Lele Sarkis im Churer Gehäuse. Das 0:3 nach 10 Minuten war die bittere Quittung eines veritablen Fehlstarts des EHC Chur.

Es folgte ein Time Out von Marcel Habisreutinger, das Geschehen auf dem Eis veränderte sich jedoch nicht gross. Basel blieb am Drücker und kam zu weiteren guten Torchancen. Ihr Torwart Damian Osterwalder demgegenüber wurde nur sporadisch geprüft, ein Slapshot von Dennis Urech und eine sehr gute Torchance kurz vor Drittelsende durch Yannick Frehner waren die einzigen nennenswerten Abschlüsse des EHC Chur in den ersten zwanzig Minuten.

Wer gedacht hätte, der EHC käme nun wie die Feuerwehr aus der ersten Pause zurück, sah sich getäuscht. Kaum war wieder angespielt, kreuzte ein Basler wieder mehr oder weniger alleine vor Sarkis auf, das 0:4 blieb uns aber erspart. In der Folge wurde Chur etwas besser, wirklich gefährlich wurde es aber auf beiden Seiten länger nicht mehr. Nach einem nicht gepfiffenen Icing (die Willkür der Schiris bei dieser Regelauslegung ist übrigens völlig unverständlich) kamen die Gäste zu einer kurzen Druckphase mit einigen guten Abschlüssen.

Es lief bereits Spielminute 28, als Chur durch Pascal Gemperli zu einer sehr guten Chance kam, unser Neuzugang verpasste eine Quervorlage von Lukas Sieber nur knapp. Die darauffolgende Powerplaymöglichkeit verstrich – welch Überraschung – ohne nennenswerte Abschlüsse, im Gegenteil, die Gäste vom Rheinknie kreuzten zwei Mal gefährlich vor der erneut nur spärlich besetzten Rheinkurve auf.

Zwei gute Torschüsse von Ron Fischer und Dennis Urech sorgten dann endlich für die Initialzündung im Churer Spiel. Schliesslich war es Jordan Pfennich (bei einem seiner wenigen Einsätze), der nach grossartigem Querpass von Luca Infanger quer durch die neutrale Zone alleine auf Osterwalder losziehen konnte und endlich auch das Skore für den EHC Chur eröffnen konnte.

Ging da doch noch was? Ja, es ging. Plötzlich spielten die Gastgeber Eishockey, Luca Infanger verpasste den Anschlusstreffer nur knapp und sogar das Powerplay kurz vor Drittelsende sah nach… Powerplay aus.

Die Pause kam zu einem etwas ungünstigen Zeitpunkt, der EHC Chur konnte den neugewonnenen Schwung aber ins letzte Drittel mitnehmen. Der wieder sehr emsige Dennis Ehinger verpasste zwei Mal, wobei er bei seinem ersten Abschluss zu eigensinnig agierte und den mitgelaufenen Lampert übersah. Unsere Mannschaft wurde nun aber von Minute zu Minute stärker, ein weiteres Tor lag in der Luft. Erneut waren es Ehinger und Lampert, welche Druck auf Basels Tor ausübten, und nachdem unsere 57 noch verpasst hatte, stiess die 93 mit Power in den Slot und bugsierte die Scheibe irgendwie ins Tor. Nur noch 2:3, und Chur machte weiterhin Dampf, die Gäste wussten sich desöfteren nur mit unerlaubten Befreiungsschlägen zu helfen.

Leider glich sich das Spielgeschehen in den letzten 10 Minuten wieder aus, Basel hatte sich von den beiden Gegentoren etwas erholt und bliess nun auch wieder regelmässig zum Angriff. Als dann aber der transferierte Topscorer von Neuenburg (Tuffet) drei Minuten vor Spielende eine Strafe wegen Stockschlag fasste, wurden die knapp 600 Matchbesucher wieder optimistischer. Und tatsächlich, mit 6 gegen 4 Feldspielern gelang Pascal Gemperli (unser transferierte Topscorer) mit einer Abnahme aus der Luft der vielumjubelte Ausgleich, geile Kiste!! 3:3!

Verlängerung. Au weiha, daran haben wir keine guten Erinnerungen, so verlor der EHC jede in dieser Saison gespielte Verlängerung, gewann dafür alle Shootouts. 5 Minuten schadlos überstehen, dann Knipsen, wäre in der Theorie wohl angebracht gewesen. In der Praxis verpassten Sieber und Gemperli nach gewonnenem ersten Bully gute Möglichkeiten und der Konter gleich danach endete mit dem siegbringenden KO-Treffer durch Basels Vogt.

Mist.

Fazit: die Mannschaft kehrte von einem 0:3 wieder ins Spiel zurück, dies das Positive. Jedoch war das Startdrittel eine einzige Katastrophe und die Leistung eines wegweisenden Spiels schlicht nicht würdig. Der “gewonnene” Punkt wird uns in der Endabrechnung nur dann etwas bringen, wenn die kommenden Spiele erfolgreich gestaltet werden können. Denn so paradox es scheint, der EHC hat es noch immer in den eigenen Händen, mit Siegen in Düdingen, gegen Bülach und Seewen sowie zum Abschluss in Neuenburg den Playoffplatz zu sichern. Die Tabelle lässt noch immer Vieles zu. Dafür müssen unsere Jungs aber während 240 Minuten+ in etwa so auftreten wie gestern im Schlussdrittel, sonst wird das nichts mehr…

Die drei besten Churer:
*** Dennis Ehinger (ein Kämpfer, wie wir ihn in dieser Lage brauchen)
** Simon Scherrer (brachte Emotionen ins Spiel)
* Michael Schaub (wenig Eiszeit, aber eifrig und mit gutem Körperspiel)

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