SC Rheintal – EHC Chur 3:2
Tore für Chur: Bigliel, Bucher
Zuschauer: 1218 (davon an die 300 Churer)

Hasste Scheisse am Schlittschuh, hasste Scheisse am Fuss. Der EHC Chur verliert die wichtige Cuppartie gegen den SC Rheintal und qualifiziert sich somit nicht für die Hauptrunde 2018/19. Das 3:2 Endresultat für das Heimteam war in dieser Form nicht mal unverdient.

Dabei begann das Ganze doch sehr vielversprechend. In der proppevollen Eishalle zu Widnau knisterte es, die Wichtigkeit des Spiels war spürbar, so ging es ja um ein mögliches Spiel des Jahres im kommenden Herbst gegen einen ganz Grossen und dem einhergehenen nicht unerheblichen finanziellen Zustupf. Unserer Mannschaft war dies auch bewusst, ein engagierter Beginn folgte. Minutenlang wurde der SCR ins eigene Drittel gedrückt, abgesehen von zwei, drei guten Abschlüssen schaute aber zu wenig aus dieser Dominanz heraus. Rheintal seinerseits beschränkte sich auf Konter, Manuel Holenstein (mehr zu ihm dann später…) kam dem Torerfolg bei zwei Gelegenheiten am Nächsten.

Chur fasste daraufhin zwei kleine Strafen, und obwohl diese schadlos überstanden wurden, nahmen sie unserer Mannschaft etwas den Elan. Die St. Galler kamen nun immer besser in die Partie. Schliesslich war es Renato Engler (Cousin von unserem Claudio Engler), der 11 Sekunden vor Drittelsende mit der Scheibe übers Ganze Eis und gerade durch unsere Abwehr hindurchfuhr – und zum Entsetzen der Churer den Puck in die Maschen wurstelte. Autsch.

Die folgenden zwanzig Minuten waren dann ein Ebenbild des EHC Chur Ausgabe Winter 2018. Nichts, aber auch gar nichts wollte funktionieren. Im ganzen Drittel waren ganze drei Torchancen auszumachen, und zu allem Übel verletzte sich mit Luca Infanger (wie übrigens ganz zu Beginn auch Dennis Ehinger) auch noch eine der besseren Akteure in unseren Reihen. Rheintal seinerseits musste nur auf die Fehler der Gäste warten, das 2:0 folgte während eines dieser schnellen Konter, als sin Schläpfer nach einem verdaddelten Abschluss im Nachschuss Lele Sarkis überwinden konnte. Ebenerwähntem Sarkis war es in der Folge zu verdanken, dass die “Lüchse” nicht weiter davonzogen, u.A. fischte er einen Abschluss von Manuel Holenstein mit seiner Fanghand aus dem Kreuz.

Zu diesem Zeitpunkt brachen auf den Tribünen wieder die in letzter Zeit gängigen Gespräche und die Suche nach den Schuldigen dieser Misere aus. Ist es die Mannschaft, der Trainer, der Vorstand?? Will es nur einfach nicht oder ist es das Resultat eines generellen Larifari-Betriebs? Und während die Einen wieder den Trainer forderten, wollten die Anderen viel lieber der Mannschaft mit Anfeuerungen helfen. Diese Missgunst im Churer Fanlager ist im Übrigen fast das Schlimmste an dieser Situation, denn der Spass an unserem Club bleibt so doch sehr auf der Strecke…

Mit dem 2:0 für Rheintal ging es ins letzte Drittel, und zuerst auch mal eine gute Nachricht, etwas überraschend kehrte Yannick Bucher aufs Eis zurück, er war es dann auch, der einige neuen Impulse ins Spiel brachte.

Mit zwei dummen Strafen (beide Male durch Lukas Sieber) brachte sich Chur weiter in Schieflage, umso ärgerlicher, da er die Zweite hiervon bei Beginn des ersten Powerplays des Abends holte. Da aber kurz darauf ein weiterer Rheintaler in die Kühlbox musste, bot sich bei 4:3 und dem vielen Platz die goldene Gelegenheit, endlich den Anschlusstreffer zu erzielen. Viel Platz… ihr werdet es ahnen…

Es folgte die Manuel Holenstein Show, meine Damen und Herren. Schön gespielt hatte er bis dahin, einige (nicht ganz so brotlosen) Pässe hatte er auch gespielt, ein Trick hier, ein Trick da, Sarkis getestet hatte er auch schon, quasi das Vorprogramm. Nun folgte die Kür. In Unterzahl ergatterte er sich die Scheibe auf der rechten Seite und stürmte auf Patric Schwab, den letzten Churer Verteidiger zu. Oh-ou, dachte man sich, und dann lässt der verrückte Magier unseren Verteidiger mit einer Pirouette aussteigen und zwirbelt mit seinem Zauberstab die Scheibe backhand ins Churer Gehäuse! Was für eine Kiste!! Das Entsetzen über das erneute Gegentor und die „Bewunderung“ über diesen unglaublichen Treffer hielten sich die Waage, lautstarke „Holla-holla -holla-holasteeei“ Rufe aus dem Churer Fanblock folgten… und ein Time Out von Marcel Habisreutinger.

38 Sekunden später konnten wir dann richtig jubeln, Pepe Bigliel murkste die Scheibe zum ersten Churer Treffer ins Tor, dies während der auslaufenden Strafe gegen Rheintal und mit 6 gegen 4 Feldspielern. Ging da noch was? Ja, denn der SCR half nun auch ein wenig mit und fasste wegen unkorrektem Spielerwechseln (könnte auch als taktische Spielverzögerung bezeichnet werden) einen weiteren Zweier, den der EHC erneut mit 6:4 Spielern zu nutzen vermochte, dieses mal zeichnete Rückkehrer Yannick Bucher für den Treffer verantwortlich.
Es blieben nun noch etwas weniger als drei Minuten Zeit, um sich doch noch in die Verlängerung zu retten, Lele Sarkis verliess abermals seine Kiste und die Scheiben zuckten einige Male gefährlich knapp an Rheintal-Goalie Ramon Metzler vorbei – leider aber nicht mehr ins Tor sondern nur knapp daneben. Es blieb beim 3:2 für Rheintal.

Fazit: 10 gute Minuten am Anfang, 10 gute Minuten am Schluss, ansonsten ein Spiegelbild der zweiten Saisonhälfte und die Erkenntnis, dass der EHC Chur dieser Tage einfach Scheisse am Fuss hat. Dem SC Rheintal gratulieren wir zu einer guten Leistung und wünschen viel Erfolg im Cup.

Die drei besten Churer
*** Sarkis
** Bucher
* Infanger

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