EHC Chur vs Hockey Huttwil: 4:6
Zuschauer: 518
Tore für Chur: Scherrer, Roussette, Lampert, Sieber L.

Beim ersten Heimspiel der Saison steht der EHC Chur gehörig unter Druck, das Worst-Case-Szenario ist eingetreten, keine Siege aus den ersten drei Saisonspielen. Auch weil man in Thun an sich selbst scheiterte und ein 4:2 Vorsprung nicht über die Zeit retten konnte. Auch Huttwil ist unter ihren Erwartungen gestartet, mit gerade einmal dem siebten Platz nach drei Spielen. 

Hockey Huttwil startete besser in die Partie, konnte die ersten offensiven Akzente setzen. Chur kam nicht so richtig ins Spiel, konnte sich in den ersten Minuten kaum Chancen erarbeiten. Dennoch fiel das 1:0 für Huttwil nach 5:15 etwas aus dem nichts. Ein Querpass und Patrick Meyer konnte ins leere Tor einschieben. Sarkis chancenlos. Chur wollte sich dies nicht gefallen lassen, so richtig gefährlich wurde es aber trotzdem nie, dafür fehlte es in der Offensive an der Kreativität. Zwei Minuten nach dem 1:0 bekam das Churer Publikum das erste mal die neue Bullyregel zu sehen, Huttwil bekam eine zweiminutenstrafe wegen “unkorrektes Anspiel”. Das Powerplay dauerte jedoch nicht lange, auf eine Schwalbe à la Neymar eines Berners fiel Schiedsrichter Hans Graber hinein, es gind vier gegen vier weiter. Das vier gegen vier und das einminütige Powerplay von Huttwil blieben aber ereignislos. Ein Pfostenschuss der Gäste und ein gefährlicher Bubentrick von Patrick Zahner später war das erste Drittel dann auch schon vorbei. Chur fand offensiv kaum ins Spiel, die Führung für Huttwil war verdient.

Das zweite Drittel hat kaum begonnen und schon hat unser EHC aus dem nichts ausgeglichen! Simon Scherrer kann nach 2:18 im zweiten Drittel einen schönen Pass von Ehinger in den Slot verwerten. 19 Sekunden nach dem 1:1, während ich noch frohen Mutes meine Notizen zum 1:1 schreibe, hat die Scheibe schon wieder hinter Huttwil Torhüter Gasser eingeschlagen! Sebastian Roussette haut einen Slapshot von der blauen Linien haargenau unter die Latte, unser EHC führt 2:1. Huttwil, sichtlich geschockt, ist nun etwas verunsichert. Direkt nach dem Bully bekommt Chur ein Powerplay geschenkt, die Berner mit einem völlig unnötigen Frustfoul, die Emotionen kommen nun hoch. Das Powerplay braucht etwas um in Gang zu kommen, aber nach etwa einer Minute steht die Formation. Lampert nimmt einen Pass von Sieber direkt, der Flachschuss ist unhaltbar, es steht 3:1 für Chur! Drei Tore in zwei Minuten, so will man das sehen! Unsere Mannschaft mit dem Momentum auf seiner Seite macht direkt weiter, Huttwil mit kaum Offensivzeit in diesem zweiten Drittel. Churer Neuzugang Siro Rutzer holt eine weitere Strafe raus, kämpft sich aber weiter durch und findet Sieber, dieser schliesst aus spitzem Winkel ab und erwischt Gasser eiskalt. 4:1! Vier Tore in fünf Minuten, was ist denn hier los? Leider kann Chur das Momentum nach dem vierten Tor nicht mitnehmen, Huttwil kam wieder in die Partie zurück und konnte wieder vermehrt offensive Akzente setzen. Das 4:2 was die logische Folgerung, Steiner von Huttwil wird nicht angegriffen, sein Abschluss findet den Weg hinter Sarkis ins Netz. Es kam noch schlechter für den EHC, eine 2+2 Strafe gegen Lele Sarkis, der einen Gegenspieler mit dem Stock im Gesicht getroffen hat. Gesehen hat der Schiedsrichter zwar nichts, er hat auch zuerst weiter spielen lassen, aber wenn man Blut sieht muss man (scheinbar) nun mal einfach eine Strafe pfeifen. Chur übersteht die vier Minuten Unterzahl und es geht mit dem 4:2 in die Pause.

4:2, oh je, diesen Spielstand kennt man doch noch vom letzten Mittwoch. Wie die Fans so auch die Spieler, die sichtlich verunsicherten Churer starteten nervös ins dritte Drittel. Ein Fehlpass hinter dem eigenen Tor und schon steht es 4:3. Drei Minuten waren erst gespielt im dritten Drittel, Huttwil hat also noch 17 Minuten Zeit den Ausgleich zu erzielen. So lange brauchen sie aber gar nicht, fünf Minuten später nehmen die Gäste das nächste Geschenk der Churer Abwehr dankend an. Churer Offensive ist im dritten Drittel Fehlanzeige, ein Lattenschuss von Zahner war die einzig gefährliche Szene des EHC. Huttwil auf der anderen Seite macht das um einiges besser, sie gehen mit dem Momentum und nutzen die Fehler der Churer Abwehr eiskalt aus. Marco Meyer setzt zum Solo an und die Hintermannschaft des EHC lässt ihn gewähren. Chur liegt hinten. Unfassbar, wie man eine 4:1 Führung auf diese Art und Weise hergeben kann. Unser Team versucht es nochmal ohne Torhüter, trifft nochmal den Pfosten, für mehr reicht es aber nicht. Eine Minute vor dem Ende der Empty-netter für Huttwil. Das Spiel ist verloren.

Fazit: Chur verliert zum zweiten mal diese Woche und zum zweiten mal absolut unnötig. Eine 4:2 Führung gegen Thun und eine 4:1 Führung gegen Huttwil reichen beide nicht für den ersten Saisonsieg. Huttwil war die meiste Zeit das bessere Team, und gewinnt hier nicht unverdient. Fünf Minuten gutes Eishockey reicht in der MySports League nun mal nicht, das hat man auf bitterste Art und Weisse gelernt.

Die drei besten Churer:

*** Scherrer
** Lampert
* Sieber L.

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