HC Düdingen Bulls vs EHC Chur: 1:3
Zuschauer: 387
Tore für Chur: Monstein, Zahner, L. Sieber

Der EHC Chur gewinnt sein erstes Playoutspiel in Düdingen verdient mit 3:1. Um den Sieg musste aber lange gezittert werden, dies vorallem weil man (zu) viel in Unterzahl spielen musste (Düdingen 4 x 2′, Chur 9 x 2′). Doch dazu später mehr…

Busfahrer Toni holt uns um die Mittagszeit beim Stadion, beim Lindenquai und in Sargans ab und kutschiert uns dann souverän nach Düdingen, unterhält uns während der Fahrt mit lustigen Anekdokten über die vorbeiziehenden Käffer, gelegentlich über nahe der Autobahn stehende Gebäude oder auch mal über eine Gebirgskette. Toni der Busfahrer – ein verhinderter Comedian. Kult! Gerne nach Morges wieder!

Die ersten Chancen im Spiel erspielen sich die Churer, jedoch wirds nur einmal ein bisschen gefährlich vor dem Düdinger Gehäuse, ein Querpass kann aber leider nicht verwertet werden, ansonsten bewegt sich das Spiel die ersten Minuten auf bescheidenem Niveau ausgeglichen hin und her. Eine Strafe gegen Chur wegen zu vielen Spielern auf dem Eis verlegt das Geschehen nach 6. Minuten dann zum ersten Mal konstant ins Churer Abwehrdrittel. Das Powerplay der Düdinger steht und läuft gut, aber die grossen Chancen bleiben aus. Erst kurz vor Abschluss der Strafe brennts lichterloh vor Lele, er kann den Schuss aber mirakulös parieren. Und auch die zweite Strafe wegen eines hohen Stocks überstehen die Churer mehr oder weniger ungefährdet. Die beste Chance des Drittels haben die Düdinger, nach einer unübersichtlichen Situation vor dem Tor kullert der Puck aufreizend lässig am Pfosten vorbei. Mit einem leistungsgerechten 0:0 geht’s in die erste Pause.

Das zweite Drittel startet gut für die Churer, nach einer Minute muss nach einem Stockschlag ein Düdinger auf die Strafbank. Und es dauert nur ein bisschen mehr als 20 Sekunden, bis Jan Monstein einen Schuss von Patric Schwab im Slot stehend unhaltbar für den Düdinger Goalie zum 1:0 ablenkt. Genau so geht das, genau da muss im Powerplay einer stehen! Gut gemacht… Die Freude beim Anhang ist riesig, ein erster, kleiner, aber wichtiger Schritt ist gemacht.

Auch die nächsten zwei Strafen bis Drittels-Mitte gehen aufs Konto der Düdinger, leider ohne zählbaren Erfolg für die Churer. Beim zweiten Powerplay schepperts zwar am Pfosten, jedoch am äussersten Aussenpfosten, also kein Grund mit dem Schicksal zu hadern. In der 36. Minute muss Noah Isler wegen eines Hakens auf die Strafbank, und die Düdinger nutzen diese Überzahl. Ein verdeckter (abgelenkter?) Schuss schlägt genau im Kreuz ein, unhaltbar für Lele. Da bimmeln die (lästigen, weil penetranten) Kuhglocken der Düdinger Fans grad noch lauter.

3 Minuten vor Drittelsende muss Jan Monstein wegen eines Haltens in die Kühlbox. Chur übersteht die Unterzahl ohne grosse Probleme, direkt nach Ablauf der Strafe folgt ein Konter, dessen Abschluss der Düdinger Goalie zwar abwehren, aber nicht sichern kann. Jan Monstein, direkt von der Straftbank zurückgekommen, stochert nach und der Schiri schickt ihn mit einer Strafe wegen Stockschlags grad wieder zurück in die Box. Das können die Churer Fans natürlich gar nicht nachvollziehen und es folgen die ersten Schimpftiraden in Richtung des Unparteiischen. Dabei sollte das erst eine kleine Vorspeise sein…

Mit 1:1 geht’s in die zweite Pause.

Ins letzte Drittel starten die Churer also noch in Unterzahl, es bleibt aber ungefährlich. In der vierten Minute lanciert Cyrill Bischofberger Patrick Zahner, der mittig ins Düdinger Verteidigungsdrittel eindringt, einen Verteidiger direkt vor sich hat, sich aber trotzdem für einen Handgelenkschuss entscheidet. Und tatsächlich, der Puck zappelt im Netz! 2:1 für den EHC Chur! Aus Sicht der Churer Fans schwer zu erkennen, wie das genau passiert ist, aber ich glaube der Schuss wäre nicht unhaltbar gewesen… Egal, nehmen wir. Umso wichtiger, da Seewen scheinbar mit dem Hockeyspielen aufgehört hat und mittlerweile gegen Morges in Rückstand liegt. Ein Sieg MUSS heute also her. Der Druck auf Chur wird nicht kleiner…

Leider meint der Schiri jetzt aber plötzlich, auch noch aktiv zum Spiel beitragen zu müssen. Strafen nach einem “Beinstellen” (der Düdinger fällt leichter als ein Blatt im Herbst) und einem “Stockschlag” (von dem es pro Spiel hunderte gibt) sind die Folge. Die Churer überstehen sie aber mehr oder weniger souverän. Auf der Gegenseite wird ein Churer in Bandennähe ohne Folgen mit einem Crosscheck niedergestreckt. Die Churer Fans toben wie wild, ob dies vielleicht der Grund ist, dass der Schiri dann einen Düdinger wegen eines ebenfalls niemals strafenwürdigen Stockschlags als Kompensation rausstellt? Leider verpufft diese Gelegenheit ohne Tor.

Düdingen tut jetzt mehr fürs Spiel, bleibt mehrheitlich aber ungefährlich. Bis Lele Sarkis abseits des Tores den Puck unbedrängt einem Düdinger pfannenfertig auf die Schaufel spielt. Dieser zögert aber ein bisschen zu lange, so dass Lele wieder zurück im Tor ist, als der Schuss kommt, und diesen zum Glück parieren kann. Ansonsten zementiert Lele heute einmal mehr seinen Status als klare Nummer 1 im Churer Tor, sehr starke Partie!

Die Minuten und Sekunden zerrinnen, bis der Herr Schiedsrichter nochmals meint, künstlich Spannung in die Partie zu bringen. Direkt vor seinen Augen wird ein Churer mit einem eindeutigen Haken zu Boden gebracht, der Schiri winkt die Situation aber als nicht-Foul-würdig ab. Sekunden später muss dann dafür Luca Infanger aufgrund eines lächerlichen Beinstellens raus. Überzahl Düdingen, noch 3 Minuten sind zu spielen. Die Churer wehren sich gegen den Ausgleich, stehen defensiv gut. Eine Minute vor Schluss geht Goali Burg vom Eis, für ein paar Sekunden haben die Düdinger zwei Mann mehr auf dem Eis. Sie schnüren die Churer zwar ein und kommen auch zu Chancen, jedoch ist immer irgend ein Churer Bein oder Stock oder dann halt unsere Nummer 20 im Weg. Und so ist es 9 Sekunden vor Schluss Lukas Sieber, der ins verwaiste Düdinger Tor trifft und mit dem 3:1 den Churer Sieg beschliesst. Puuuuuh das hat wieder mal Nerven gekostet…

Fazit:
In den Abstiegskampf sind jetzt definitiv 3 Mannschaften involviert. Noch hat Chur die schlechtesten Karten in der Hand, aber sein Schicksal immer noch in den eigenen Händen. Auf der gestrigen Leistung lässt sich aufbauen, Einsatz und Moral waren super. Vorallem wie man sich nicht von den fragwürdigen Schiri-Entscheidungen beeinflussen hat lassen, war sehr stark. Schade dass Seewen nicht mitgespielt hat, aber dass es an uns selber liegt, ob wir die Klasse halten, war ja ohnehin klar.


Die drei besten Churer:
*** Sarkis
** Zahner
* Fischer

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