EHC Chur vs. EHC Seewen 3:2 (1:2, 1:0, 1:0)
Tore für Chur: Scherrer, Schommer, Sablatnig
Zuschauer: 605

Keine Siege ohne Rückstand

Als das Meisterschaftsspiel im TDS angepfiffen wurde, befanden sich noch sehr wenige Schaulustige auf den Tribünen. Viele der 605 Zuschauer*innen schienen sich erst nach dem Fussballspiel der Nationallmanschaft auf den Weg gemacht zu haben. Andere bevorzugten scheinbar das Saufgelage in der Stadthalle, anderst ist es nicht zu erklären das diese Mannschaft nicht einen grösseren Fanaufmarsch verdiente.

Aber kommen wir zum Spiel an und für sich.

Die erste Möglichkeit ergab sich für die Gäste. Der Torversuch scheiterte aber kläglich, nach dem der Stürmer alleine vor Lele auftauchte. Aber auch die Steinböcke wagten einen Versuch und kamen nach einem kurzen Pass hinter dem Tor, in den Slot zum ersten Direktabschluss. Der Torerfolg blieb aus, Liechti zwischen den Seewner Pfosten, konnte diesen noch verhindern. Auch als Chur zum ersten Powerplay ansetzen konnte, ergaben sich diverse Möglichkeiten. Leider war das ganze zu wenig zwingend und wurde prompt von Seewen bestraft.

In der Rückwärtsbewegung verkantet sich der Churer Verteidiger und stürzt unglücklich, dies ermöglicht Seewen den direkten Zug aufs Goal von Sarkis und Zurkirchen verwandelt zum 0:1.

Der Treffer war nicht unverdient, der Start der Gastgeber in diese Partie war von diversen Unkonzentriertheiten und Ungenauigkeiten geprägt. Dies hinderte uns auch daran, den direkt Ausgleich zu erzielen.

So war es auch nicht verwunderlich, dass Wellinger ganz alleine im Slot stehend, souverän Backhand den Puck zum 0:2 ins Kreuz legen konnte. Die Kleinigkeiten entschieden bis hin über Erfolg oder Misserfolg.

Chur kam wenige Sekunden später zu einem erneuten Powerplay. Und dieses wurde sehenswert ausgenutzt. Das Bully gewonnen wandert die Scheibe von John direkt ins Eck zu Bucher. Von dort spielt er den schwarzen Kobold in den Slot zu Scherrer und der Blauhelm verwandelt unhaltbar. Der verdiente Anschlusstreffer konnte realisiert werden.

Kurz vor dem Pausentee vergass unsere Hintermannschaft erneut einen Sebner. Sarkis konnte aber mit einem klasse Save die Situation klären.

Im zweiten Drittel spielte die Mannschaft von Tomas Tamfal besseres Eishockey, anscheinend hat der Coach die passenden Worte in der Garderobe gefunden.

Erwähnenswert wäre der Abschluss von Schnetzer in Richtung Kreuz, welcher vom seewener Torwart nur knapp abgewehrt werden konnte. Sowie auch Scherrers solo auf Liechti, welcher den Abpraller noch als Airhook verwandeln wollte.

Auch im Ersten Boxplay stellten sich die Churer sehr gut auf. Sämtliche Schussversuche wurden geblockt und das Spiel der Gäste so verhindert.

Direkt nach überstandener Unterzahl wurde Schomer lanciert, welcher seinen Sololauf sehenswert zum Ausgleich verwandeln konnte.

Seewen selbst versuchte auch ihr möglichstes. Tauchten in einer 2:1 Situation vor dem Churer Tor auf oder kamen mit Pässen in den Slot zu guten Abschlussmöglichkeiten. Eine der besten Torchance hatten die Innerschweizer im Boxplay, als sie zu einer 1-gegen-1 Möglichkeit gekommen sind.

Danach fingen sich die Boys in Black wieder und konnten im weiteren Powerplay und danach ordentlich druck aufs Tor generieren. Leider wurde diese Phase von der Sirene zum Drittelsende unterbrochen.

Zum Start des letzten Spielabschnitts knöpften die Churer dort an, wo sie unterbrochen wurden. Sie generierten weitere Druckphasen, die nach knapp Fünf Minuten von Sablatnig ausgenutzt wurde. Der dritte Abpraller (sic) führte zum viel umjubelten Führungstreffer.

Chur konnte nun ihr Eishockey besser abrufen und lies zwischenzeitlich aufblitzen, weshalb sie zurecht weit oben in der Tabelle zu finden sind. Auch ein erneutes Boxplay wurde überstanden, wobei gar keine zwingenden abschlussversuche zugelassen wurden.

Gut in der Mitte des Drittels zischte die Scheibe doch nochmals an Lele vorbei, prallte glücklicherweise nur an den Pfosten. So sicherte uns das Torgestänge weiterhin die knappe Führung.

Acht Minuten vor Schluss kommt es zu einem Duell: Yannick Bucher gegen Kevin Liechti. Als die Scheibe Tief ins Angriffsdrittel der Churer spediert wird. Auf höhe des Bullypunktes gleitet der Gästetorwart in Richtung Puck und wird von Bucher, der um die Scheibe kämpft, berührt. Mit einer wundervollen Pirouette, entledigt sich Brians Schwester der Maske und miemt den sterbenden Schwan. Der sonst fair pfeifende Schiedsrichter Baumann, pfeift die Situation ab und stellt den Churer, trotz Interventionen, für zwei Minuten in die Kühlbox.

Im Unterzahlspiel liessen die Hausherren nichts anbrennen. Die einzige gute Möglichkeit konnte Sarkis mit einem Big Save entschärfen. Und bei einer leichten Regelungenauigkeit, wie sie sicherlich öfters gekonnt übersehen wird, wird für Chur die Kompensationsstraffe gepfiffen. So läuft die Zeit für die Churer immer mehr in Richtung drei Punkte. Vor Liechtis Tor brennt es lichterloh, aber der vierte Treffer will einfach nicht fallen.

Alls Fries nach einem Frustfoul eine Minute vor Schluss sich verabschieden und das Spielfeld verlassen musste und die vorherigen Strafe von Noll eine doppelte Überzahl hervorrief, war es klar, dass Chur dieses Spiel gewinnen würde. Und Ja, ich bin mir bewusst, dass ich über den EHC Chur schreibe und bei uns alles immer möglich ist, aber zu klar hatten wir die Seewner in den Schlussminuten im Griff. Und auch in Sachen Aluminiumtreffer konnten wir noch ausgleichen. Brian Liechti bezwang zwar seinen Bruder Kevin doch noch, scheiterte aber am Pfosten.

So blieb es bei einem Knappen 3:2 Sieg.

Fazit: Im grossen und ganzen bekamen wir ein mässiges erstes Drittel mit Luft nach oben zu sehen. Die Jungs steigerten sich sichtlich von Drittel zu Drittel und konnten gute Druckphasen generieren. Seewen schien nicht viel mehr zu können. Nutzt die Chancen in ersten Spielabschnitt viel besser als Chur. Wenn die kleinen Ungenauigkeiten im Spielaufbau der Churer zu beginn noch ausgeschaltet werden können wird auch ein Erfolg am kommenden Mittwoch nichts im Wege stehen.

Die drei besten Churer:
*** Sablatnig
** John
* Scherrer

Bemerkungen:

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