HC Düdingen vs EHC Chur 1:4 (0:1, 1:3, 0:0)
Tore für Chur: Moser, John, Vrabec, Scherrer
Zuschauer: 348 (Davon ca. 50 aus Chur)

Souveräner Sieg in Düdingen

Nach einer kurzweiligen Fahrt in einem luxuriösen Doppelstöcker treffen die Supporter des EHC Chur rund eine Stunde vor Spielbeginn in der Eisbahn zu Düdingen ein. Also genug Zeit, um noch das eine andere Bierchen zu kippen, etwas leckeres zu essen oder sich mit den sehr gastfreundlichen Düdingern zu unterhalten. Der Schankwirt beim “Kiosk” bei den Stehplätzen spendiert den Churern einen Glühwein. Merci beaucoup!

Dass unser Captain, diese Galionsfigur des Schweizer Eishockeys, in fremden Stadien öfters mal als Import-Spieler aus den USA ausgerufen wird, sind wir uns mittlerweile ja gewohnt. Heute erhalten aber auch Sarkis, Curschellas, Stiffler, Knuchel, Sablatnig, Vrabec und Neurauter Neu-Interpretationen ihres Nachnamens zu hören. Sehr kreativ, der Düdinger Speaker. Nächstes Mal vor dem Spiel doch einfach schnell in der Gäste-Kabine nachfragen, statt zu freestylen.

Die ersten Minuten des Spiels gehören Chur, welches sofort das Spieldiktat in die Hände nimmt und die Düdinger meistens in die Defensive drängt. Verdienter Ertrag ist das 1:0 durch Fabian Moser nach 6. Minuten, der erste Saisontreffer des Neuzugangs aus der Langnauer U20. Auch danach sind es die Gäste, die mehr fürs Spiel tun. Die raren Düdinger Angriffe sind nicht ungefährlich, jedoch kein Problem für Lele Sarkis. Erst als nach 16. Minuten Cyrill Bischofberger die erste Strafe des Spiels erhält, können sich die Düdinger einmal im Churer Verteidigungsdrittel festsetzen, ein Schuss geht auch recht knapp am Pfosten vorbei, meist bleibt es aber ungefährlich. Kaum ist Bischi wieder auf dem Eis, muss – zum Entsetzen der Churer Fans, die in der fraglichen Szene eher ein Foul des Düdingers gesehen haben – Fabian Moser in die Kühlbox. Das Drittel dauert aber nur noch 23 Sekunden, zu wenig, als dass Düdingen das Powerplay ausnutzen kann. Mit einer verdienten 1:0 Führung für unseren EHC geht es in die erste Drittelspause…. in welcher auf dem Eis mehr Verkehr herrscht, als an einem Samstagnachmittag auf dem Postplatzkreisel. Irgendwann ists zum Glück dann aber doch nur noch die Zamboni und das Eis kann gereinigt werden.

Das zweite Drittel startet also mit einem Powerplay für Düdingen. Frisches Eis, der Traum eines jedes PP-Spielers. Lele “Zweijahresvertrag” Sarkis muss auch tatsächlich drei Chancen entschärfen, die letzte davon mirakulös, aber die 0 steht. Begünstigt durch das Momentum der Strafen kann Düdingen noch ein paar Minuten mitspielen, bis Chur das Zepter aber wieder übernimmt und das Spiel wieder dominiert. Man erspielt sich diverse Chancen, leider aber ohne eine zu nutzen, was sich Mitte Drittel beinahe rächt. Ein Puck wird so unglücklich von einem Churer Verteidiger gestoppt, dass der Düdinger Stürmer allein auf Sarkis ziehen kann, dieser bleibt aber einmal mehr Sieger und hält seinen Kasten sauber. Nur ein paar Sekunden später schlägt es dann auf der Gegenseite ein. Ein hinter dem Tor bereits verloren geglaubter Puck wird von Fabian Moser zurück erkämpft, Mauro Neurauter schnappt sich das Teil und bedient den vor dem Tor lauernden Andi “Lanzgi” John, welcher im Stil eines Vollblutstürmers eiskalt zum 2:0 einnetzt.

In der 35. Minute gibt’s die erste Strafe für einen Düdinger. Die Churer tun sich aber schwer mit dem Powerplay und erspielen sich keine wirkliche Chance, trotzdem schlägt es – genau als der bestrafte Spieler aufs Eis zurück kehrt – zum dritten Mal hinter dem (heute recht schwachen) Düdinger Goalie Lucas Gaudreault ein. Denis Vrabec bringt den Puck einfach mal aufs Tor, und irgendwie rutscht er tatsächlich durch. Und nur 30 Sekunden später wird Simon Scherrer mit Tempo lanciert, zieht vors Düdinger Tor und hämmert den Puck humorlos zum 4:0 ins Netz. Geila Topf ! Und genug für Gaudreault, er muss den Kasten für seinen Ersatz Guggisberg räumen.

Eineinhalb Minuten vor Ende des Drittels kommt Düdingen zum Ehrentreffer, ein Stürmer erhält im Slot den Puck zugespielt und versenkt unhaltbar zum 1:4. Man hat als Chur-Fan ja schon sehr, sehr viel erlebt. Aber heute ist man sich sicher: Dieses Team wird sich den Sieg nicht mehr nehmen lassen.

Und so kommt es dann auch. Drittes Drittel, keine Tore, keine Strafen, spielen und spielen lassen. Der EHC steht defensiv extrem gut, grosses Lob an alle unsere Verteidiger, die die letzten 20 Minuten genau wie die 40 davor extrem souverän, ruhig und abgeklärt runterspielen, sich auf keine Experimente einlassen und unaufgeregt ihren Job erledigen. Ich würde euch am liebsten allen einen Stern verteilen! Ebenfalls grosses Lob – einmal mehr! – an Lele Sarkis. Die paar wenigen Schüsse, die im dritten Drittel noch auf sein Tor kommen, hält er souverän. Einmal sogar mit einem mitleidigen Kopfschütteln in Richtung Stümer. Da muss schon mehr kommen, um unsere Lebensversicherung zu überwinden :-)

Fazit: Chur besiegt den HCD. Mit einer von A bis Z abgeklärten Leistung. Wenn das Team so weiterspielt, wird auch in den nächsten Spielen gepunktet.

Die drei besten Churer:
*** Fabian Moser
** Andi John
* Gianni Stiffler

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