EHC Chur vs. SC Lyss 1:3 (0:2, 0:0, 1:1)
Tore für Chur: Simon Scherrer
Zuschauer: 956

Kopf hoch, EHC CHUR. Wir sind stolz auf euch!

Die Churer Fans hofften, dass der EHC durch das Messer am Hals zur Form aus der Qualifikation zurückfinden würde. Leider wurden die Hoffnungen aber nicht erfüllt und die ansonsten so tolle Saison endet bitter. Doch der Reihe nach…

Erste erwähnenswerte Aktion war eine Offensivaktion von Denis Vrabec, der sich klasse gegen den letzten Lysser Verteidiger durchsetzt und nur strafenwürdig am Zug aufs Tor gehindert werden kann, die Pfeife des Schiris bleibt aber stumm. Dies sollte der Anfang einer innigen Liebesbeziehung zwischen dem Churer Publikum und dem Schiri-Trio werden.

Das Spiel geht flott weiter, beide Mannschaften kreieren sich Chancen, ohne aber das Score zu eröffnen. Am nächsten kommt dem Führungstreffer der EHC Chur, der Puck hüpft vom Goalie aufs Tor und von dort neben den Pfosten, da hat nicht viel gefehlt. Kurz darauf die erste Strafe gegen einen Lysser, die Churer stehen zwar praktisch die ganzen 2 Minuten im Verteidigungsdrittel der Seeländer, guten Chancen erspielen sie sich aber keine.

In der 8. Minute dann ein eigentlich ungefährlicher Angriff der Lysser, der Schuss geht durch viel Verkehr genau auf Lele Sarkis, welcher ihn mit einer unkonventionellen Hüpf-Parade entschärft, der Abpraller wird dann aber von einem Lysser doch noch zum 0:1 verwertet.

Nur kurz nachdem die Scheibe wieder eingeworfen wurde, kann Jan Monstein allein auf den Lysser Goalie losziehen, wird aber klar von hinten gefällt… auf einen Pfiff warten die Churer aber vergebens, der Schiri taxiert die Aktion nicht als Foul. Pfeifft sonst wohl Rugby.

Die Churer bemühen sich weiter und kommen immer wieder zu Chancen, die der starke Lysser Goalie aber alle blockt. 5 Minuten vor Drittelsende geraten Yannick Sablatnig und ein Lysser leicht aneinander, der Schiri ahndet die gegenseitigen Aktionen mit einer einseitigen Strafe gegen Sabli. Auch das sahen alle im Stadion anders. Und natürlich lassen sich die Lysser diese Chance nicht entgehen, Christopher Smith trifft mit einem Hammer – zugegeben – wunderschön ins Kreuz. 0:2. Nicht wirklich dem Spielverlauf entsprechend, aber halt effizient. Einzige noch erwähnenswerte Szene im ersten Drittel ist, als sowohl der Lysser Goalie als auch noch ein Verteidiger nach dem Pfiff des Schiris auf einen Churer einschlagen. Strafen? Nö…

Im zweiten Drittel dauert es ein Weilchen, bis das Spiel in die Gänge kommt. Nach 6 Minuten erhält Simon Scherrer eine Strafe für einen Cross-Check, von welchem es pro Spiel etwa 60 gibt. Ein Schuss eines Lysser geht knapp am linken Pfosten vorbei, springt von der Bande aber direkt nebem dem rechten Pfosten wieder vors Tor, wo ein weiterer Lysser Stürmer bereit steht und nur noch einschieben muss. Jedoch ist Lele Sarkis schneller als sein Schatten und verhindert das sichere Tor durch eine Klasse-Parade in extremis. Den Puck halten kann er aber nicht, entsprechend ensteht ein Riesen-Tohuwabohu im Torraum, welches erst nach einigen Sekunden durch einen Befreiungsschlag aufgehoben werden kann.

In der 7 Minute dann die bisher grösste Chance für unseren EHC, nach einem Querpass steht das Lysser Tor weit offen, doch auch diese Chance kann nicht verwertet werden. Der Lysser Verteidiger prügelt dann völlig unnötig mehrmals auf Murrli Egger ein, der sich kaum wehrt… Strafen? Ja klar, beide 2 x 2. Man fasst es nicht…

Mit Fortdauer des Spiels reiben sich die Churer immer mehr am Schiri und seinen Assistenten auf. Es ist grottenschlecht, was für eine Leistung die Herren in schwarzweiss zeigen. Übersehene Offsides, nicht gepfiffene Icings, übertriebene Selbstdarstellung bei den Bullies und unkonsequente Strafenauslegung. Von allem ist mehr als genug vorhanden. Nicht nur zu Lasten der Churer, auch gegen Lyss werden im Laufe des Spiels noch lächerliche Strafen gepfiffen. Nur leider läuft den Churen die Zeit davon, und das merkt man. Die Nerven liegen blank.

Zum Schluss des Drittels gibts dann noch ein Powerplay für Chur, wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff wird ein Pass in den Slot gespielt, viele Spieler und Stöcke stehen da, es wird gestochtert… einige Churer jubeln verhalten, aber es ist klar, dass der Puck die Linie nicht überquert hat. Zitat Andy Brehme: Haste Scheisse am Fuss, haste Scheisse am Fuss. Es will einfach nicht klappen in diesen Playoffs… Dass Lyss in diesem Drittel offensiv kaum stattgefunden hat, muss auch noch erwähnt werden. Aber sie müssen halt auch nicht. Sie verwalten die Führung ziemlich geschickt.

Auch das dritte Drittel startet mit bemühten Churern. Der Wille ist zu erkennen, aber die Leichtigkeit aus der Qualifikation ist einfach nicht mehr da. Die Pässe kommen zu ungenau, die Schüsse neben oder über das Tor oder mittig auf den Goalie. Und wenn ein Churer dann doch mal durchkommt und von hinten gefällt wird, bleibt der Pfiff natürlich wieder aus. Man glaubt seinen Augen nicht, was hier abgeht. Als der Lysser Goalie (wieder mal) unbestraft Schläge austeilt, wird dafür Sekunden später ein Lysser Spieler für ein lächerliches Haken auf die Strafbank geschickt. Kompensation olé. Und nur Sekunden später muss Jan Monstein für eine klasse Verteidigungs-Aktion völlig zu unrecht auch wegen eines Hakens auf die Strafbank. Die Churer verwerfen die Arme, die Lysser Spieler lachen, aber das Schiritrio meint das todernst. Eine klare Linie in ihren Entscheidungen ist nicht zu erkennen, ganz schwache Leistung heute.

Die Minuten rinnen dahin, auf den Tribünen ist die Hoffnung mittlerweile der Resignation gewichen, da versucht es Simon Scherrer nach 55 Minuten aus sehr spitzem Winkel einfach mal mit Gewalt… und tatsächlich, der Puck findet irgendwie den Weg an Geissbühler vorbei und zappelt endlich im Netz! Geht da vielleicht doch noch was?

In den restlichen viereinhalb Minuten versuchen die Churer alles, Lele geht früh aus dem Tor, jedoch fehlt in den Aktionen die Präzision. Viele Fehlpässe, die Pucks werden unkontrolliert ins Lysser Verteidigungsdrittel geschossen und können dort problemlos von den Verteidigern geklärt werden. Ein Befreiungsschlag geht haarscharf am leeren Tor vorbei, der Icing-Pfiff bleibt aber wieder mal aus. Ein weiter Versuch der Churer, an der blauen Linie kommt ein Lysser an die Scheibe und lupft sie ins verwaiste Tor. 1:3. Aus. Vorbei. Sommerpause.

Fazit: Diese sehr, sehr, sehr geile Saison hätte einen schöneren Ausgang verdient gehabt. Irgendwie war die Luft in den Playoffs wohl raus, die Anspannung weg. Der SC Lyss hat den Sieg nicht gestohlen, in der Form z.B. des Spiels in der zweitletzten Runde in Dübendorf hätten wir die Serie aber gewonnen. Hätte, wäre, wenn: Die Saison ist vorbei, wir sind stolz auf das erreichte, die Enttäuschung ist momentan gross, aber hey: Saisonziel Ligaerhalt souverän geschafft, 3 von 4 Derbies gewonnen, Mannschaft bleibt im Kern bestehen: Die Vorfreude auf nächste Saison beginnt JETZT!

Die drei besten Churer:
*** Kellenberger
** Bischofberger
* Scherrer

Bemerkungen: Kommt mir nichts mehr in den Sinn. Ah doch: HOPP KHUR !!!

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