Die Saison 2019/20 ist gestern Abend mit der dritten Niederlage im Playoff-Viertelsfinale gegen Lyss zu Ende gegangen. Obwohl das Out nun doch recht abrupt kam und die Jungs gegen die erstarkten Seeländer nicht mehr überzeugen konnten, sind wir uns in einer Sache einig – der EHC hat uns in den letzten Monaten extrem Freude bereitet! Ein erster Rückblick.

Frühling 2019: das Fanionteam des EHC war in Seewen dem Abstieg in Extremis von der Schippe gesprungen, als Roger Lüdi, Andi John, Sandro Capaul und Lars Arpagaus die sportlichen Zügel in die Hand nahmen. Innert kürzester Zeit stellte die neue Sportkommission eine rundum erneuerte und verjüngte Mannschaft zusammen. Vier Routiniers und viele junge, hungrige Spieler entschieden sich für unseren Club. Was zunächst nach einem veritablen Abstiegskandidat aussehen mochte, würde uns bald Lügen strafen.

Als das Team dann stand, kam der nächste (vermeintliche) Tiefschlag. Konstantin Kurashev verliess den Verein quasi über Nacht. Erneut bewies die Sportkomission aber den richtigen Riecher, Tomas Tamfal wurde als neuer Chef an der Bande geholt.

Neben den richtigen Personalentscheiden entwickelte sich im Sommer zudem unter dem Motto “Stadtverbunden” rund um den Club eine Parole, welche weiteren Schwung entwickeln würde. Diverse Aktionen – wie zum Beispiel die Stadtführung oder das Verteilen der Saisonkarten durch die Spieler – konnten den Stadtclub und deren engste Anhänger weiter zusammenschweissen. Gemeinsam mit dem kultigen Trainingslager im Vinschgau entstand eine Dynamik, welche bis zum Saisonende nachhallte.

Die Saison begann dann erfolgreich, von Beginn weg setzte sich der EHC im weiten Mittelfeld der Mysports League fest. Ein erster Derbysieg gegen Arosa vor über 2’000 Zuschauern und die grossartige Aufholjagd gegen Dübendorf waren erste Highlights der Saison. Die Mannschaft entwickelte einen Spielstil, der sich aus unbändigem Kampf und grosser Laufbereitschaft schnell als Erfolgsrezept herausstellen sollte. Angeführt vom erstarkten Captain Andi John und seinen Generälen Sarkis, Scherrer und Bucher entwickelten sich auch die “jungen Wilden” prächtig. Akteure wie beispielsweise Ron Fischer, Jan Monstein oder Cyrill Bischofberger machten einen weiteren Schritt, gemeinsam mit den Sablatnigs, Liechtis, Siebers und wie sie alle heissen lief die Maschinerie auf vollen Touren. In ihrem Sog spielten auch die Jüngsten toll auf.

Zudem verstanden es Lüdi und co immer wieder, clevere B-Lizenzen zu lösen, welche dem Team weitere Stabiität und Qualität brachten.

Nach einer schwächeren Phase im November fand die Mannschaft gegen Jahresende in der ungemein spannenden und engen Liga wieder den Tritt, wir erinnern dabei an das Spiel daheim gegen Düdingen, dem Leckerbissen gegen Huttwil oder an den Blitzstartsieg in Herisau anlässlich des Cups. Ausgerechnet in diesem Wettbewerb setzte es dann die erste von wenigen Enttäuschungen ab, als der EHC in Romanshorn zu früh aus dem Wettbewerb ausschied.

Die Reaktion folgte aber – wie so häufig – post (oder in diesem Falle zugwendend): Chur gewann nach hervorragender Leistung in Arosa auch das zweite Derby der Saison, zog aber dafür leider vor der Rekordkulisse von 2’800 Zuschauern kurz vor Weihnachten gegen Arosa den Kürzeren. Dennoch, der EHC feierte Weihnachten über dem Strich, rehabilitierte sich nach Neujahr mit einem weiteren Derbysieg (4:0) im Schanfigg umgehend. Dank Siegen in Düdingen, gegen und in Bülach sowie dem 2:0 gegen Basel war dann die Playoffquali zum greifen nah.

Fix machten die Jungs diese dann mit dem Sieg in Dübendorf. Das Saisonziel war somit erreicht, die Abstiegsgespenster vertrieben und die Chose bereits gerettet. Das zu diesem Zeitpunkt viele Akteure ihren Vertrag bereits verlängert hatten, machte diesen Erfolg umso süsser.

Bemerkenswert: die ansonsten so anspruchsvollen und kritischen Fans im Thomas Domenig Stadion blieben stets positiv, der Support und der Fanaufmarsch an den Heimspielen war so gut wie seit vielen, vielen Jahren nicht. Komischerweise hinkte der Support an den Auswärtsspielen – mit einigen Ausnahmen – demgegenüber etwas nach, was im Anbetracht der tollen Qualifikation irgendwie paradox erscheinen mag.

Wie die Saison endete, ist bekannt, die Mannschaft traf in den Playoffs auf den erstarkten SC Lyss und konnte den Drive aus der Quali nicht mehr bestätigen. Aber, wie sagte es ein Zeitzeuge so treffend, lieber früh in den Playoffs raus als spät in der Ligaquali zittern. Heute, so kurz nach dem Out, mag das ein kleiner Trost sein, aber mit etwas Abstand werden wir uns an die hervorragende Meisterschaft zurückerinnern, und nicht an die eher bescheidenen Playoffs. Danka Jungs!

Die Weichen für die Zukunft sind gestellt, das Team bleibt zusammen, zudem gibt es auch in der Führungsetage neuen Wind. Die Saison 2020/21 könnte eigentlich schon recht bald beginnen. Nun geht es für unseren Club darum, den aufgenommenen Schwung zu nutzen und weiter an einer erfolgreichen Zukunft zu arbeiten. Weiter, immer weiter!

Abschließen wollen wir den Rückblick mit dem folgenden Musikvideo. Ob der Musikgeschmack nun gefällt oder nicht, ist dabei Nebensache, Scooters Nessaja war zweifelsohne der Sountrack des EHC Chur 2019/20.

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