Spiel 1 geht an Thurgau

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HC Thurgau vs. EHC Chur 4:3 n.V.
Tore für Chur: Marha, Marha, Hausheer
Zuschauer: 1923

Playoff-Hockey! Gut gefülltes Stadion, knisternde Stimmung, Emotionen auf und neben dem Eis, 3:0 Führung, Ausgleich kassiert, Overtime, Lichterlöschen. Die Serie ist lanciert!

Die Churer starten sehr nervös in die Partie, es sind erst ein paar Sekunden gespielt, als der Puck einem Thurgauer Stürmer pfannenfertig auf den Stock gespielt wird, dessen Schuss wird zum Glück vom heute zwischen den Pfosten stehenden Neckar entschärft. Im direkten Gegenzug brennt es dann auch zum ersten Mal vor dem Thurgauer Tor lichterloh und bereits werden die ersten Nicklichkeiten untereinander ausgetauscht, je zwei Strafminuten für übertriebene Härte sind die Folge. It’s Playoff-Time!

Dass auch Thurgau nervös ist zeigt sich nach 2 Minuten, einen haarsträubenden Fehler in der Verteidigung nützt Simon Marha eiskalt zur 1:0 Führung für die Gäste aus. Was für ein Start in die Partie! Und es geht gut weiter, Chur ist die aktivere und dominierende Mannschaft, auch eine Strafe nach 5 Minuten überstehen sie – trotz gutem Thurgauer Powerplay – schadlos. In der zehnten Minute muss der nächste Churer auf die Strafbank, Yves Stoffel trägt aber die Farben des Heimteams, d.h. Überzahl für den EHC Chur. Und es ist wieder Simon Marha, welcher eine tolle Kombination mit einem satten Onetimer zur 2:0 Führung verwertet.

Das Spiel ist richtig gut, körperlich betont, die Stimmung ist Klasse, und Thurgau ist ein starker Gegner. Aber der EHC Chur hat alles im Griff und bringt die Zweitoreführung äusserst souverän in die erste Drittelspause.

Das zweite Drittel beginnt gut für den EHC Chur, schon nach einer Minute muss ein Thurgauer in die Kühlbox, leider kann dieses Powerplay nicht ausgenutzt werden. Chur hat die nächsten Minuten weiterhin ein bisschen mehr vom Spiel, Tore fallen vorerst aber keine. Mitte Drittel kommts zu einem Bully vor dem Churer Fanblock, und – obwohl das gute alte “Bully – Goal!” gar nicht erst angestimmt wird – zappelt der Puck einen Wimpernschlag später im Netz: Leandro Hausheer reagiert blitzschnell auf den von Janik Canova gewonnenen Einwurf und trifft zum 3:0. Im Churer Fanblock liegt man sich in den Armen, wer hätte an eine Dreitoreführung zur Mitte des Spiels gedacht?

Thurgau wird jetzt stärker, logisch, muss es ja auch, und belohnt sich nach 33 Minuten mit einem Ablenker zum 1:3. Noch ist dies kein Grund zur Panik und die Churer spielen ihr Spiel weiter, handeln sich in der 37. Minute aber eine dumme Strafe wegen zu vielen Spielern auf dem Eis ein. Das Thurgauer Powerplay ist brutal, die Churer können den Puck nicht klären, Chance um Chance für die Löwen, die Sekunden vergehen wie Kaugummi, die Beine der Verteidiger, welche das ganze Boxplay keine Möglichkeit hatten, sich auswechseln zu lassen, werden schwerer und schwerer… noch 20 Sekunden… noch 10 Sekunden… noch 5…. und dann, eine verfickte Sekunde vor Ablauf der Strafe, zappelt der Puck dann doch noch im Netz. Das Stadion explodiert fast, die Thurgauer haben das berühmte Momentum jetzt ganz klar auf ihrer Seite. Zum Glück kommt die zweite Pause…

Thurgau startet mit Vollgas ins dritte Drittel und im Churer Block fragen sich wohl alle nicht ob sondern wann der Ausgleich fällt. Die Antwort kommt nach genau 3 Minuten, viel zu einfach dringt der Thurgauer Stürmer ins Churer Verteidigungsdrittel ein und trifft zum 3:3. Man muss jetzt Angst um das junge Churer Team haben, Thurgau jetzt ganz klar das bessere und dominante Team, jedoch kann der EHC den erstmaligen Rückstand verhindern und gegen Ende des Drittels auch selber wieder ein paar Akzente setzen, Tore fallen aber keine mehr, es kommt also zur Overtime. In der Pause gibts Diskussionen über den Ablauf der Verlängerung und viele verdutzte Gesichter, als man ihnen erklärt, dass bis zum bitteren Ende weitergespielt wird und es kein Penaltyschiessen geben wird. Das scheint vielen nicht bewusst zu sein und man graust sich davor, morgens um halb 5 in der vierten Overtime an einer Bratwurst zu nuckeln…

So lange gehts dann aber doch nicht. Nachdem die Overtime verspätet startet – zuerst Probleme mit dem Eis, dann mit der Uhr – dauert es nur rund zweieinhalb Minuten, bis der HC Thurgau das Spiel für sich entscheidet. Kein schön herausgespielter Spielzug, sondern einfach ein harter, satter, gut platzierter Schuss. So einfach kanns gehen. Schöne Scheisse.

Fazit:  Eine sehr, sehr ärgerliche Niederlage. Aber dieses Thurgau ist nicht übermächtig, die Serie ist lanciert, der Steinbock weiss sich zu wehren.

Bemerkung: Toller Support, Chapeau an alle mitgereisten Churer. Ebenfalls Respekt an die Thurgau-Fans, das Spiel wurde seinen Erwartungen gerecht. Schön, dass zwei Teams mit Fankultur aufeinandertreffen. Wir sehen uns Freitag im TDS!

Die drei besten Churer:
*** Marha
** Canova
* Krakauskas

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