HC Düdingen Bulls

Ort: Düdingen
Eishalle: Regional Eisbahn Sense-See
Heimspiel gegen Düdingen: Samstag, 11. November 2017, 20.00 Uhr
Auswärtsspiel in Düdingen: Samstag, 20. Januar 2018, 17.30 Uhr

Ihr müsst jetzt ganz stark sein. Leser unter 18 Jahren sollen ihre Erziehungsberechtigten fragen, ob sie weiterlesen dürfen. Schwangere, Leser mit Herzschrittmachern oder Leser, denen es schnell schlecht wird, sollen besser auf diesen Link klicken und ab hier NICHT mehr weiterlesen. Folgeschäden sind nämlich nicht ausgeschlossen und ehcfans.ch übernimmt keine Haftung! Sagt nicht, wir hätten euch nicht gewarnt!

Grund für diese Vorsichtsmassnahme: Es wird jetzt ziemlich eklig, in diesem Artikel wird nämlich einige Male der Ausdruck „HCD“ fallen. Es gruust und würgt mich selber ja auch, aber das ist halt die Abkürzung des HC Düdingen, darum: Ja, es muss leider sein. Was soll denn ich erst klagen, ich muss das hier sogar noch schreiben, und mir ist jetzt schon ziemlich schlecht… Dabei habe ich es wirklich gut mit euch gemeint. Damit ihr beim Öffnen dieser Kolumne nicht zu fest erschreckt und euren Mageninhalt über Computer, Handy oder Tablet entleert, habe ich zum Einstieg das alte Logo des HCD eingefügt, wo noch nichts von HCD zu sehen ist. Das Logo sah schon ziemlich bescheiden und amateurhaft aus, gell? Gut dass die Düdinger – im Gegensatz zu WiKi – die Zeichen der Zeit erkannt und ihr Logo modernisiert haben. Leider steht im neuen Logo jetzt halt aber diese furchtbare Buchstaben-Kombination, und erst noch in denselben Farben, wie sie die Firmenmannschaft des Schweizer Fernsehens hat. So sieht das aktuelle Logo des HC Düdingen jetzt nämlich aus:

Aaaaaaaaaahhhhh !!!! Na ja, grundsätzlich schon viiiiiel besser ! Aber halt eben leider mit einem üblen Nachgeschmack… Warum haben die sich nicht SC Düdingen genannt? SCD tönt so viel schöner…

Aber zurück zum HCD: Ich habe einen Super-Gratis-Tip für euch: Zukünftig, wenn ihr mit jemandem redet, der vom „HCD“ spricht, geht einfach davon aus, dass er/sie selbstverständlich den HC Düdingen meint. Das macht das Gespräch uhuren lustig, weil von ihr/ihm dann ja sicher kommt: „wir sind Rekordmeister, wir sind Tradition, bin im Aargauer Fanclub, war schon als Kind in den Skiferien und am Sanitärcup zwischen Weihnacht und Neujahr, kenne jemanden der Steffi Buchli kennt, wir bringen dem Kanton sooo viel, ihr seid ja nur neidisch“ und so weiter… wir kennen die Phrasen ja alle… Und ihr dann so: „der HCD?!? Düdingen? Wirklich??? Wusste ich ja gar nicht, interessant!“ Einfach doof stellen und überrascht reagieren, dass der HC Düdingen schon so viel erreicht hat. Brüller! Schenkelklopfer! Fragende Blicke und Unverständnis garantiert…

Düdingen ist eine 8000-Seelen-Gemeinde und liegt nur ein paar wenige Auto-Minuten von Fribourg entfernt. Der lokale Hockeyclub spielte bis in die Saison 96/97 in der 4. Liga, innert 20 Jahren stieg man dann aber bis in die MSL auf, mit dem Höhepunkt des Amateur Schweizermeister-Titels in der Saison 12/13.

Der Weg ging die letzten zwei Dekaden also immer nur aufwärts, nie runter. Das nennt man kontinuierliche Aufbauarbeit, so sollte es doch eigentlich sein. Nix mit Aufstiegen am grünen Tisch, alles sportlich und durch gute Arbeit erreicht.

Die MSL wird aber wohl die Endstation des HCD sein. Er hat dasselbe Problem wie diverse andere MSL- und 1. Liga Eishockeyvereine: Einen viel zu mächtigen Verein in unmittelbarer Nähe, der Junioren, Sponsoren, Medien und Zuschauer ködert und abzieht, danach nur noch Brösel zurücklässt und somit nicht mehr als Amateursport in seiner Nähe zulässt. Ein Aufstieg in die NLB dürfte aus finanziellen Gründen also kaum realistisch sein. Ich habe bei meinen Recherchen leider nicht herausgefunden, wie eng das Verhältnis des HCD zu Gottéron ist, aber da Gottéron selber auch nicht auf Rosen gebettet ist, und wohl nur dank finanzieller Unterstützung der Fribourger Kantonalbank noch in der höchsten Liga spielt, ist eine Farmteam-Lösung zwischen dem HCFG und dem HCD unrealistisch. Dies sind aber reine Spekulationen von mir, dass im Schweizer Eishockey momentan nichts unmöglich ist, zeigt sich ja dadurch, dass sogar Ambri ein Farmteam hat.

Grösster Erfolg in der Geschichte des HC Düdingen war die Sensation in der Tschämpiens-Liig-Quali, als man im Juli 2012 das scheinbar übermächtige Red Bull Salzburg in zwei Spielen eliminiert und dem Spott von ganz Europa ausgesetzt hat. (Nein ich werde diesen Joke nicht weiter erklären, wer ihn nicht kapiert, soll sich schämen und gugeln!)

Warum nennt sich der HCD eigentlich „Bulls“? Ich habe eine Theorie: Der Kanton Fribourg ist ein Landwirtschafts-Kanton, entsprechend sieht man überall Kühe, und die sogar in den Kantonsfarben schwarz/weiss, varrecksch! Und wo es Kühe hat, müssen irgendwo ja auch Bullen sein, weil… ähm… dazu komme ich dann ein anderes Mal, liebe Kinder. Andere Tiere, die für einen süssen, herzigen Teamnamen in Frage kommen, gibt’s in Düdingen halt einfach keine. Ausser man nimmt Ameisen, Fliegen oder Bettwanzen als Teamnamen, aber das ist unsexy. Es gibt im Kanton zwar Drachen, da war Fribourg aber schneller. Wäre sowieso langweilig, wenn Fribourg und Düdingen dasselbe Vieh im Logo hätten. Darum in Düdingen halt „Bulls“. Bulls verbreiten immerhin ein bisschen mehr Angst, Schrecken und Respekt als Cows, darum war Bulls schon der richtige Entscheid. Und weil es so viele Cows und Bulls gibt, wird der Kanton Fribourg übrigens auch seinen Ruf nicht los, dass es überall stinkt. Fragt mal nen Berner nach dem Kanton Freiburg. „Fribourger stinken“ wird ganz sicher als eine der ersten Aussagen kommen. Ob dies den Tatsachen entspricht, davon könnt ihr euch am Auswärtsspiel selber überzeugen. Geht aber nicht zu nah zum Schnüffeln an die Menschen ran, das wirkt aufdringlich und kommt ziemlich schräg rüber.

Der HC Düdingen trägt seine Heimspiele in der „Regional Eisbahn Sense-See“ aus, welche gemäss hockeyarenas.net eine Kapazität von 120 Zuschauern hat. Kult !!! Platz für gleich viele Leute wie der Seniorencorner im Hallenstadion.

Diese Zahl stimmt aber natürlich nicht, auf der Website der Halle steht geschrieben, dass alleine die (kleine) Tribüne Platz für rund 270 Zuschauer fasst. Der Rest der Besucher wird sich wohl direkt an den Banden rund ums Feld aufhalten.

Ein Blick auf die Zuschauerzahlen der letzten Saison: In der Qualifikation waren immer zwischen 200 und 300 Zuschauer in der Halle, meist um die 270. Es gab aber auch Spiele mit weniger als 200 Zuschauern und Spiele mit über 350. Im Viertelfinale gegen Saastal wohnten den Spielen 321 und 405 Zuschauer bei, im Halbfinale gegen Star Forward 434 und 531. Gemäss offizieller Website gibt es einen Fanclub mit 58 Mitgliedern, aktiven Support betreiben die aber wohl nicht. Auf Gäste in Chur werden wir uns kaum freuen dürfen.

Ziemlich sicher werden wir also auch in Düdingen ein Heimspiel haben, das zieht sich irgendwie wie ein roter Faden durch diese Liga. Basel und Seewen werden wohl die löblichen Ausnahmen sein. Traurig.

Im Kader des HCD hat es keinen Spieler, der östlich des Röstigrabens grosse Spuren hinterlassen hat. Bekanntester Spieler dürfte wohl Sandro Abplanalp sein, der mit Gottéron 76 NLA- und mit diversen Teams 142 NLB-Spiele absolviert hat. All-Time-Topscorer des HCD ist Philippe Fontana, welcher in seine 17. (!) Saison für den HCD steigt. Er ist mittlerweile bei 331 Spielen und 399 Scorerpunkten für Düdingen angelangt, beeindruckende Zahlen… Und mit Sandro Thom steht ein waschechter Churer im Kader, der sämtliche Juniorenstufen beim EHC durchgemacht hat und auch fürs Fanionteam im Einsatz stand. Er startet seine zweite Saison in Düdingen.

Anhand des Mannschaftsfotos ist jede Menge an Routine und Erfahrung im Team der Düdinger vorhanden, da hätte Dani Peer ja locker noch 20 Jahre weiterspielen können!

Kleiner Scherz, hier das Mannschaftsfoto des MSL-Teams (das Foto stammt aus der Vorsaison):

Die Trikots sind rot/weiss, auswärts spielt man wohl in weiss. Es geistern auch noch Bilder in gelb/blauer Ausrüstung durchs Netz, aber das sind wohl alte Fotos, bevor Logo und Farben gewechselt wurden.

Auf diesem Wege grüssen wir übrigens noch herzlich Mitch Zwahlen, den Captain des HCD. Der liest hier nämlich mit! Hey Mitch, coole Sache, Danke für Dein Interesse! Dafür verkneifen wir uns jegliche Baywatch-Sprüche und erwarten am 20.1.2018 entweder eine Runde Freibier für den Khurer Fanblock oder zumindest eine gemeinsame Welle. It’s up to you, wir freuen uns auf beides!

Prognose: Der einzig wahre HCD ist eine der grossen Unbekannten der nächsten Saison. Dass man in der Qualifikation nur 2 Punkte weniger geholt hat, als der spätere 1. Liga-Champion Sion ist ein Zeichen, dass man mit Düdingen rechnen muss. Trotzdem ist das ehcfans.ch-Team skeptisch, ob es bis ganz nach vorne reichen wird: Platz 6


ehcfans.ch-Tabelle: 

2. EHC Brandis
3. HC Sion
4. EHC Basel
5. EHC Thun
6. EHC Düdingen
8. EHC Bülach
9. EHC Seewen
11. EHC Wiki-Münsingen

1 Kommentar

  1. Tatsächlich passen in die Eishalle Sense-See 1’460 Zuschauer oder 380 Kühe. Und doch, zwischen Fribourg und Düdingen gibt es eine Partnerschaft.

    Nicht, dass mir Düdinger wichtig sind (seit dem Spiel am Samstag hassen sich Basler und Düdinger jetzt), aber die Richtigkeit eines Artikels ist halt doch immer wichtig.

    Ade

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